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(1) Lebendiges Latein – Erbe Europas
Schon am Beginn des Latein-Unterrichts in der 3. Klasse wird den Kindern sowohl an Hand von Fremd- und Lehnwörtern als auch englischen Vokabeln und so manchem Ausdruck aus den romanischen Sprachen der lateinische Ursprung bewusst gemacht.
So werden unseren Schülerinnen und Schülern bereits während der spielerischen Erstbegegnung mit dieser „ureuropäischen Mutter-sprache“ Zugang zu den Grundlagen der Geistes- und Kultur-geschichte unseres Kontinents eröffnet.
(2) Humanistische Bildung
Der 6-jährige Sprachlehrgang ermöglicht einerseits eine intensivere und tiefergehende Sprachbetrachtung und Sprachreflexion, was zu äußerst günstigen Voraussetzungen für den Erwerb weiterer Fremd-sprachen an unserer Schule (Französisch, Spanisch, Italienisch, Russisch und ggf. auch Griechisch) führt.
Andererseits ist es auch unser schulisches Anliegen, die lateinische Sprache als Kulturgut ersten Ranges weiterzugeben, das den direkten Zugang zu den Ursprüngen europäischen Denkens vermittelt und somit historisches Denken und „kulturelle Erinnerung“ im besten Sinn fördert.
Von antik-heidnischer Kultur über christlich geprägtes Mitteleuropa, Humanismus und Aufklärung bis zu säkularisierter Moderne ist Latein als „lingua franca“ Basis einer umfassenden Bildung.
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(3) Sprach- und Literaturunterricht
Im Elementarunterricht (3. und 4. Klasse / 4+3 Wochenstunden) werden die Grundlagen der lateinischen Sprache vermittelt:
Grundwortschatz (1.150 Vokabel)
Grundgrammatik (Formenlehre und Syntax)
Grundzüge der antiken Kulturgeschichte
Einblick in sprachliche und literarische Formen
Der Lektüreunterricht ab der 5. Klasse (3 Wochenstunden) schließt als Übergangsphase den Grammatiklehrgang ab und beginnt in Form eines „Einstiegsmoduls“ den Literaturunterricht. Einübung im richtigen Ge- brauch des Wörterbuches sowie Steigerung der Übersetzungsfertigkeit und Einstieg in literarische und interpretatorische Textbetrachtungen bereiten auf die drei weiteren Schulstufen und die Matura vor.
In der 6., 7. und 8. Klasse (3+3+3 Wochenstunden) werden in mehreren Unterrichtsmodulen verschiedene Bildungsbereiche beleuchet.
Themenzentrierte Lektüre:
Gestalten aus Mythos und Geschichte
„Austria Romana“ und „Idee Europa“
„Politik & Gesellschaft“ und „Religion & Sinnsuche“
„Macht der Sprache“ (Rhetorik, Propaganda, Ironie, Witz)
Eigene Identitätsfindung und Begegnung mit dem Fremden
Fachsprachen und Rezeption von Sprache und Literatur
(4) Kulturunterricht & Begabtenförderung
Verschiedene Unterrichtprojekte sowie Exkursionen und Lehrausgänge (Museen, Vindobona, Carnuntum) ermöglichen es, die tiefe Verankerung des Lateinischen in unserer eigenen kulturellen Herkunft deutlich zu machen.
Höhepunkt und Abschluss des Lateinunterrichts am Schottengymnasium ist die in der 8. Klasse stattfindende Romreise. Ausgehend und getragen vom Unterrichtsfach Latein greift dieses Projekt Rom auf viele andere Gegenstände (Geschichte, Religion, Bildende Kunst, Philosophie, Griechisch, Geographie) über und fördert vernetztes Denken. Als Ergebnis und „Schaustück“ der Schülerleistung wird von den Projektteilnehmern ein Portfolio bzw. zusammenfassendes Dossier verfasst.
Damit lassen sich auch besondere Begabungen aufspüren und fördern. Weiters werden zu diesem Zweck und zur vertiefenden Vorbereitung auf die Matura jährlich Lektürekurse im Rahmen der „Latein-Olympiade“ angeboten.
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(5) Spezielle Rahmenbedingungen
Für den Unterricht und die Kulturprojekte, speziell aber das Projekt Rom bietet unsere
Schule besonders gute Voraussetzungen in Form
einer umfangreichen Bibliothek mit Fachliteratur (Grammatiken, Lexika,
Textausgaben, Monographien) und großen
Bildersammlungen zu den Kulturreisen Rom und Griechenland.
Das Abonnement der Zeitschrift Der Altsprachliche Unterricht sowie die regelmäßige Unterrichtstätigkeit von Studenten und jungen Lehrkräften als Unterrichtspraktikanten sollen neuen Ideen und didaktischen Entwicklungen, aber auch jugendlicher Frische und Kreativität am Schottengymnasium Raum geben.
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